Klimawandel, Energiekrisen, Cyberangriffe, Fachkräftemangel und gestörte Lieferketten stellen Unternehmen und Regionen vor immer neue Herausforderungen. Mit der Initiative „Resiliente Region OWL“ wollen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft die Widerstandsfähigkeit der Region stärken und konkrete Lösungen für eine krisenfestere Zukunft entwickeln.
Im Mittelpunkt stehen die drei Handlungsfelder Energie, Ernährung und Gesundheit. Ziel ist es, kritische Abhängigkeiten aufzudecken, Resilienz messbar zu machen und Unternehmen praxisnahe Werkzeuge für die Vorsorge und Anpassung an Krisen an die Hand zu geben.
„Wir erleben seit einigen Jahren, dass Krisen kaum mehr isoliert auftreten, sondern sich gegenseitig verstärken“, erklärt Christina Schulte von Energie Impuls OWL. Entscheidend sei daher, die Funktionsfähigkeit zentraler Systeme auch unter außergewöhnlichen Bedingungen sicherzustellen.
Das Projekt geht dabei über klassische Krisenvorsorge hinaus. Gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen und weiteren regionalen Akteuren werden Methoden und Indikatoren entwickelt, um die Resilienz von Organisationen und regionalen Versorgungssystemen besser bewerten zu können.
Ein besonderer Fokus liegt auf den Wechselwirkungen zwischen Energieversorgung, Lebensmittelwirtschaft und Gesundheitswesen. „Die Lebensmittelwirtschaft ist hochgradig arbeitsteilig organisiert. Fällt ein wichtiger Baustein aus, kann dies Auswirkungen auf die gesamte Versorgungskette haben“, sagt Norbert Reichl von der Food-Processing Initiative (FPI). Deshalb sollen kritische Abhängigkeiten gemeinsam mit den Unternehmen identifiziert und analysiert werden.
Die Gesellschaft ist insbesondere auf eine funktionierende Infrastruktur in der Gesundheitswirtschaft angewiesen: „Wir müssen gerade in Krisensituationen besonders darauf achten, dass unsere Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Apotheken sowie die weiteren Einrichtungen und Unternehmen im Bereich Gesundheit handlungsfähig bleiben“, betont Uwe Borchers vom Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL (ZIG OWL). Vor allem Energieversorgung, Digitalisierung, Logistik, Medikamentenversorgung und Personalverfügbarkeit spielen dabei eine zentrale Rolle.
Die Projektpartner sehen Resilienz nicht nur als Schutz vor Krisen, sondern auch als Innovations- und Wettbewerbsfaktor. Neue Lösungen für Energieversorgung, Logistik, Digitalisierung oder Lieferketten können zugleich neue wirtschaftliche Chancen für die Region schaffen.
Dabei kommt der regionalen Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung zu. „Eine resiliente Region braucht neben Infrastruktur vor allem Netzwerke und Vertrauen. Wenn Unternehmen, Institutionen und Organisationen ihre Kompetenzen und Ressourcen besser kennen, können sie im Krisenfall wesentlich schneller und wirksamer zusammenarbeiten“, sagt Klaus Meyer von Energie Impuls OWL und Vorstandsvorsitzender des VDI OWL.
Offiziell vorgestellt wird die Initiative im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung am 13. Oktober 2026. Unternehmen, Institutionen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sind eingeladen, sich über die Projektziele zu informieren, ihre Perspektiven einzubringen und sich aktiv am Aufbau eines regionalen Resilienznetzwerks zu beteiligen. Die Veranstaltung findet am 13. Oktober 2026, von 15 bis 17:30 Uhr auf dem Schelphof in Bielefeld statt. Interessierte können sich unter folgendem Link anmelden: https://www.energie-impuls-owl.de/resiliente-region-owl/
Im Verlauf des Projekts entstehen Leitfäden, Handlungsempfehlungen und praktische Werkzeuge für Unternehmen und Institutionen. Ziel ist es, die Handlungsfähigkeit der Region langfristig zu stärken. Denn, so Klaus Meyer: „Resilienz ist kein Zustand, den man einmal erreicht und anschließend abhaken kann. Sie muss kontinuierlich weiterentwickelt werden.“
Über „Resiliente Region OWL“
Das Projekt „Resiliente Region OWL“ untersucht die Widerstandsfähigkeit zentraler Versorgungsstrukturen in Ostwestfalen-Lippe. Gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen und weiteren regionalen Akteurinnen und Akteuren werden kritische Abhängigkeiten identifiziert, Resilienzindikatoren entwickelt und Maßnahmen für eine widerstandsfähige Regional- und Unternehmensentwicklung erarbeitet. Im Fokus stehen die Handlungsfelder Energie, Ernährung und Gesundheit. Ziel ist es, die Innovations-, Anpassungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig zu stärken.
Das Konsortium setzt sich aus folgenden Institutionen und Organisationen zusammen: Energie Impuls OWL, Food-Processing Initiative, GILDE Wirtschaftsförderung, Hochschule Bielefeld, OWL Maschinenbau, Technische Hochschule OWL, VDI OWL, Wuppertal Institut, ZIG OWL – Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL sowie den assoziierten Partnern InnoZent OWL und der Technologieberatungsstelle beim DGB NRW
Resiliente Region OWL – Gefördert von EU und Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW #efrenrw



