Erkennen.Machen.Perspektiven

Ein Kooperationsprojekt zum Thema ‚Reduce, Reuse, Recycle – die Bedeutung und deren Umgang mit Ressourcen für Klimaschutz und globale Gerechtigkeit erkennen, erfahren und nutzen‘

Handreichung zum Projekt

Im Projekt ist es ein wichtiges Ziel, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte und Multiplikator:innen zu befähigen, globale Zusammenhänge und nachhaltige Berufswege in den Unterricht und die – auch außerschulische – Bildungsarbeit zu integrieren. Diese Handreichung unterstützt Sie dabei, die im Projekt entwickelten Workshops selbstständig durchzuführen und gibt Impulse für berufliche Perspektiven in den jeweiligen Themenfeldern der Workshops. Wir stellen Ihnen unser Erfahrungswissen in Form von Empfehlungen zu Ablauf, Materialien und Methoden zur Verfügung. So schaffen wir gemeinsam Perspektiven für eine gerechte und nachhaltige Zukunft.

Reduce, Reuse, Recycle

Hintergrund und Zielsetzung

Jugendliche sind Gestalter*innen der Gesellschaft – ob bewusst oder unbewusst, ob aktiv oder passiv. Viele sehnen sich nach einer besseren Welt für alle, in der Menschen zukunftsorientiert mit ihrer Umwelt umgehen. Doch wie diese Transformation gelingen kann und welchen Beitrag sie dazu selbst leisten können, ist ihnen oft unklar. 

Durch erfahrungsbasiertes Lernen entwickeln die Jugendlichen veränderte Wirkungs-Perspektiven für ihren Alltag und können ihr Verhalten daran orientieren. Die interaktive Auseinandersetzung mit weltweiten Zusammenhängen begleitet die jungen Menschen im Erkennen, was die derzeitige Lebensweise im Globalen Norden für andere Menschen in der Welt bedeutet.

Durch praktische Arbeit mit gebrauchten Materialien erleben sie im konkreten Machen die Möglichkeiten und Grenzen der Wiederverwendung und -aufarbeitung. Indem sie thematisch passende Unternehmenswelten erkunden, entwickeln sie Perspektiven durch Ideen für recyclingfähigere Produkte und Vorstellungen für ihre eigene Rolle, z. B. in einem Beruf, der zur Transformation beiträgt.

Wie werden die Ziele erreicht?

In erfahrungsorientierten Workshops* bringen die drei Partnerorganisationen ihre Expertisen für ein interaktives Lernerlebnis zusammen.

1. Circular Rallye

Im eintägigen Workshop Circular Rallye erleben die Jugendlichen Möglichkeiten des Recyclings und der Wiederverwendung von Alltagsmaterialien, indem sie zum Beispiel Mobiltelefone demontieren und gebrauchte Fahrradkomponenten nutzen. Durch gamifizierte Methoden und interaktive Inputs zu globalen Lieferketten und nachhaltiger Entwicklung verstehen sie Herausforderungen im Umgang mit Ressourcen und entwickeln Ideen für zukünftiges Handeln – auch im Rahmen der eigenen Berufswahl.

2. Solardach

Im zweitägigen Solardach-Workshop – Inselanlage als Ladestation entdecken Jugendliche praxisnah, wie aus Sonnenenergie Strom entsteht. Gemeinsam mit Expert:innen installieren sie eine Photovoltaikanlage auf einem geeigneten Dach und führen handwerkliche Arbeiten wie die Befestigung der Module und die Verlegung von Kabeln durch. Das Solardach wird als sogenannte Inselanlage umgesetzt – sie funktioniert unabhängig vom Stromnetz und kann später beispielsweise Smartphones, Tablets oder E‑Bikes mit Energie versorgen. Der Workshop verbindet Themen wie Klimaschutz und globale Energiefragen mit konkreter handwerklicher Erfahrung. Gleichzeitig stärkt er die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen: Sie arbeiten im Team, schaffen eine funktionierende Ladestation und entwickeln ein greifbares Verständnis für die Energiewende und nachhaltige Technologien.

3. Windkraft

Der dreitägige Workshop Bau einer Kleinwindkraftanlage aus Recyclingstoffen vermittelt Jugendlichen zunächst die Funktionsweise und gesellschaftliche Bedeutung von Windkraftanlagen. Nach dem Besuch einer Windkraftanlage bauen sie unter Anleitung ihr eigenes Windrad aus Recyclingmaterialien und vertiefen ihr Verständnis für erneuerbare Energien sowie deren ökologische und soziale Auswirkungen.

4. Vertikaler Garten

Im dreitägigen Workshop Bau eines vertikalen Gartens aus Recyclingmaterialien erlangen die Jugendlichen praktisches Wissen über Anbau und Bewässerung und reflektieren globale Bezüge zur Landnutzung und Ernährung. Wie beim Bau des Windrads erfahren sie Selbstwirksamkeit im Erschaffen eines Produktes, welches sie selbst fortan nutzen können.

5. Solarcamp

Das einwöchige Solarcamp – Photovoltaik-Technik und Handwerk praktisch erleben (optionales Praktikum in der zweiten Woche) bietet jungen Menschen die Möglichkeit, die Energiewende praxisnah zu erleben und erste Einblicke in die Welt der Photovoltaik (PV) sowie in handwerklich-technische Tätigkeiten zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht das Lernen durch eigenes Ausprobieren und gemeinsames Arbeiten.
In abwechslungsreichen Theorie- und Praxiseinheiten erfahren die Teilnehmenden, wie Solaranlagen aufgebaut sind, montiert werden und welche elektrotechnischen Grundlagen dabei zu beachten sind. Unter Anleitung erfahrener Fachkräfte errichten sie ein Übungsdach, decken es ein und installieren darauf PV-Module. Ergänzend werden zentrale Inhalte zu Energiewende, Technik und Arbeitssicherheit vermittelt. Nach Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Bescheinigung; zusätzlich besteht die Möglichkeit, ein Zertifikat als „elektrotechnisch unterwiesene Person“ zu erwerben.
Das Solarcamp richtet sich insbesondere an junge Menschen in der Berufsorientierung – etwa Schüler:innen, Studierende oder Arbeitssuchende – und eröffnet konkrete Perspektiven in handwerklich-technischen Berufsfeldern, die für die Energie- und Wärmewende von zentraler Bedeutung sind. Optional können im Anschluss Praktika in kooperierenden Betrieben vermittelt werden.
Neben der praktischen Arbeit legt das Camp großen Wert auf die Vermittlung globaler Zusammenhänge. Themen wie Rohstoffgewinnung, Lieferketten, Arbeitsbedingungen und ökologische Auswirkungen werden anschaulich aufgegriffen und in den Kontext nachhaltiger Entwicklung gestellt. Gleichzeitig stärkt der Camp-Charakter mit gemeinsamer Unterbringung, Verpflegung und Freizeitaktivitäten den Teamgeist und das Gemeinschaftserlebnis.
So verbindet das Solarcamp Klimaschutz, praxisnahe Qualifizierung und persönliche Entwicklung: Die Teilnehmenden erwerben technisches Grundwissen, sammeln praktische Erfahrungen und entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für nachhaltiges Handeln und ihre eigenen beruflichen Möglichkeiten.
Hier gibt es mehr Infos zur Teilnahme und Antworten auf häufig gestellte Fragen:

*Alle Workshops können unabhängig voneinander belegt werden. In allen Formaten erstellen die Jugendlichen außerdem Medienprodukte, um ihre Erkenntnisse zu teilen und die digitale Partizipation zu fördern.

FAQ

Alle Workshops können unabhängig voneinander belegt werden. Kontaktieren Sie einen der Projektpartner per Telefon oder Email, Kontakt bei Energie Impuls OWL ist Christina Schulte. In allen Formaten erstellen die Jugendlichen außerdem Medienprodukte, um ihre Erkenntnisse zu teilen und die digitale Partizipation zu fördern.

Freiwilligendienstleistende, Junge Menschen in beruflicher Orientierung oder Umorientierung, Schüler*innen, Schüler*innen der Sekundarstufe 1 und 2, Berufsschüler*innen, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im außerschulischen Kontext, Menschen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung, Sozial benachteiligte Menschen und von Diskriminierung betroffene Gruppen, Lehrkräfte und Pädagog*innen, Weiterführende Schulen, Berufsschulen, Weiterbildungseinrichtungen, Außerschulische Bildungseinrichtungen, Nichtregierungsorganisationen (NRO) und ihre Netzwerke, Umwelt- und Natur-schutzorganisationen, Eine Welt- / Entwicklungspolitische Organisationen, Bildungseinrichtungen.

Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit Schwerpunkten auf Bielefeld und Herford

Preisstaffelung für Workshops

Achtung: Der Kostenbeitrag für das Solarcamp ist hier nicht aufgeführt, sondern auf der Webseite zum Solarcamp.

Unsere Workshops werden durch Fördermittel unterstützt und können daher zu einem reduzierten Teilnahmebeitrag angeboten werden. Für den verbleibenden Eigenanteil bieten wir drei Preisstufen an. Bitte wählen Sie den Beitrag entsprechend Ihren Möglichkeiten:

Eintägiger Workshop (Circular Rallye):
100 Euro – Beitrag zu den Raumkosten
250 Euro – Beitrag zu den Raum- und Honorarkosten
400 Euro – erhöhter Beitrag zu den Raum- und Honorarkosten

Mehrtägige Workshops:
200 Euro – Beitrag zu den Raumkosten
350 Euro – Beitrag zu den Raum- und Honorarkosten
500 Euro – erhöhter Beitrag zu den Raum- und Honorarkosten 

Mit den höheren Beitragsstufen tragen Sie dazu bei, die Durchführung der Workshops langfristig zu sichern und eine möglichst breite Teilnahme zu ermöglichen. Sollte der Teilnahmebeitrag für Sie eine Hürde darstellen, sprechen Sie uns gerne an. Gemeinsam finden wir eine Lösung.

Archiv

1.

Im eintägigen Workshop Circular Rallye erleben die Jugendlichen Möglichkeiten des Recyclings und der Wiederverwendung von Alltagsmaterialien, indem sie zum Beispiel Mobiltelefone demontieren und gebrauchte Fahrradkomponenten nutzen. Durch gamifizierte Methoden und interaktive Inputs zu globalen Lieferketten und nachhaltiger Entwicklung verstehen sie Herausforderungen im Umgang mit Ressourcen und entwickeln Ideen für zukünftiges Handeln – auch im Rahmen der eigenen Berufswahl.

2.

Im zweitägigen Workshop Nähwerkstatt und Reallabor im Unternehmen nutzen die Jugendlichen Stoffe, um kreativ neue Kleidungsstücke zu gestalten. Dabei reflektieren sie die globalen Dimensionen der Textilwirtschaft. Sie besuchen anschließend ein Textilunternehmen und erkunden dessen Arbeit und Herausforderungen. Dazu passend diskutieren sie Möglichkeiten zur Transformation der Branche, um ihre Entscheidungen informierter zu treffen und Chancen zur Mitgestaltung zu erkennen.

3.

Der zwei- bis dreitägige Workshop Bau einer Kleinwindkraftanlage aus Recyclingstoffen vermittelt Jugendlichen zunächst die Funktionsweise und gesellschaftliche Bedeutung von Windkraftanlagen. Nach dem Besuch einer Windkraftanlage bauen sie unter Anleitung ihr eigenes Windrad aus Recyclingmaterialien und vertiefen ihr Verständnis für erneuerbare Energien sowie deren ökologische und soziale Auswirkungen.

4.

Im dreitägigen Workshop Bau eines vertikalen Gartens aus Recyclingmaterialien erlangen die Jugendlichen praktisches Wissen über Anbau und Bewässerung und reflektieren globale Bezüge zur Landnutzung und Ernährung. Wie beim Bau des Windrads erfahren sie Selbstwirksamkeit im Erschaffen eines Produktes, welches sie selbst fortan nutzen können.

5.

Der eintägige Zukunfstagl zum Abschluss des Projekts bietet eine Plattform für Schüler*innen. Sie stellen ihre Ideen für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen vor und tauschen sich mit Unternehmen und Peergroups aus. Die Anregungen sollen nicht nur weiteres Engagement in den Schulen fördern, sondern auch für Unternehmensvertreter*innen erlebbar machen, wie Impulse von Schüler*innen die Unternehmen bereichern können.

Projektpartner

Ansprechpartnerin

Monika Pieper

Projektmanagerin

0521 4481837o
pieper@energie-impuls-owl.de

Ansprechpartnerin

Christina Schulte

Projektmanagerin

0521 44818374
schulte@energie-impuls-owl.de

Aktuelles aus dem Projekt

Projektinfos

Aktuelle Projektlaufzeit: 5.2026 – 4.2028

Projektlaufzeit erste Förderphase: 3.2024 – 12.2025

One Pager

Geförderte Partner

  • Energie Impuls OWL e. V.
  • Arbeitskreis Recycling e.V. – RecyclingBörse!
  • Welthaus Bielefeld e.V.

gefördert durch

Co-finanziert durch:

Dr. W. und Ch. Meyer-Stiftung

AZAV Trägerzulassung

Energie Impuls OWL e. V. ist zugelassener Träger nach dem Recht der Arbeitsförderung für den Fachbereich: Maßnahmen der Berufswahl und Berufsausbildung nach dem Dritten Abschnitt des Dritten Kapitels des Dritten Buches Sozialgesetzbuch zugelassen durch ICG Zertifizierung GmbH [3] – von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditierte Zertifizierungsstelle.

E.M.P. unterstützt die folgenden Sustainable Development Goals (SDG's) der UN:

Am 25. September 2015 verabschiedeten 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen 17 Ziele, um die Armut zu beenden, den Planeten zu schützen, Ungleichheit und Ungerechtigkeit zu bekämpfen, den Klimawandel zu bekämpfen und den Wohlstand für alle im Rahmen einer neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung zu sichern. Jedes Ziel hat spezifische Unterziele, die in den nächsten 15 Jahren erreicht werden sollen. Mit unseren Projekten tragen wir zu der Erreichung einzelner Ziele im Raum Ostwestfalen-Lippe positiv bei.